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Selbsthilfe von Menschen, die mit Transidentität zu tun haben.
 
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Schon mal drüber nachgedacht?

"Man kann vieles unbewusst wissen, indem man es nur fühlt, aber nicht weiß."

Fjodor Dostojewski

Transsexualität verstehen

 
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Sabine08


 
Beitrag 28.01.2009 18:59     Antworten mit Zitat

in welchem ordner?
Nati


 
Beitrag 28.01.2009 19:23     Antworten mit Zitat

in einem ordner, dessen bezeichnung zu dem von dir beackerten thema passt und bei dem NICHT steht, dass er von gästen gelesen werden kann, z.B. für den anfang im ordner "was bei mir gerade läuft". Da kannst du dann "dein" thema anfangen. gruß, nati.
tashina


 
Beitrag 28.01.2009 22:54     Antworten mit Zitat

Liebe Claudia, Ihr Lieben alle,

ich kann Dich, liebe Claudia, sehr gut verstehen. Mir ging es jahrelang sehr ähnlich - auf der einen Seite die wachsende Gewissheit, transsexuell zu sein und auf der anderen Seite Schuldkomplexe gegenüber der Familie zu haben. Diese Zerrissenheit habe ich lange Zeit gelebt oder besser bin ich in ihr dahin vegetiert.

Manche Dinge kommen wieder hoch, wenn ich lese, was Du zu Deiner Situation so schreibst. Deine Ängste sind ja nicht unbegründet. Nicht immer und schon gar nicht sofort werden Deine Nächsten Verständnis für Dich aufbringen. Das wäre in meinen Augen auch zu viel verlangt. Ich habe lange Zeit nach meiner Offenbarung um Verständnis gebuhlt - ohne sofort in die vollständige Angleichung zu stürzen, habe versucht, "es" schrittweise anzugehen. So ähnlich wie Du habe ich dabei negative Rückkopplungen erfahren.

Jedoch gab es einen Punkt, an dem ich nicht mehr weiter konnte und wollte. Als sich dann nur noch die Frage stellte, weiterleben als das, was ich bin oder dem bisherigen Leben ein Ende setzen - da erkannte ich, was Tanja, Gesine, Anette, Flora und all die anderen schrieben - das Leben ist zu wertvoll, um es auf dem Altar vermeintlicher Rücksichtnahme auf die anderen zu opfern.

In der Endkonsequenz trennte ich mich. Habe einen Neuanfang gewagt. Bot den "Hinterbliebenen" an, dass ich weiterhin für sie da sein werde, aber ohne Zugeständnisse an das Alte, Bisherige. Das waren dann lange Monate, in denen viel böses Blut floss, in denen sich nur ganz zögerlich die Gespräche versachlichten.

Heute ist es so, dass meine ehemalige Gefährtin und unsere Kinder zwar immer noch nicht nachvollziehen können, warum, und wie ich mich nach meiner Offenbarung veränderte. Jedoch anerkennen sie mittlerweile, dass ich endlich ich bin, auch wenn sie meine Transsexualität nicht verstehen. Mag sein, dass ich meine Zusagen, weiterhin für sie zu sorgen, einhielt und dass somit eine nachvollziehbare Angst vor materiellen Problemen nicht wahr wurde. Mag sein, dass sie mich ab und zu gelöst, zufriedener mit dem Leben und glücklich sehen und dass dadurch in ihnen auch die Ahnung wächst, dass meine Transition für mich die einzige Überlebenschance war. Und - so ehrlich bin ich - unser gegenseitiges Miteinander ist immer noch überlagert von Trauer über die Entwicklung und von gegenseitigem Fehlverstehen.

Für mich selber allerdings haben diese Schuldgefühle abgenommen. Ich bin dankbar und glücklich, mich zu mir bekannt zu haben. Endlich kann ich mal lachen, meine Träume leben und bin neugierig und offen auf das pralle Leben um mich herum. Allein dies und noch dazu viele Hoffnungen auf weitere schöne Dinge waren und sind es wert, dass ich mich offenbarte und mich als mich selbst zu leben begann.

So wunderbar, wie es anderen Familien gegangen ist, war es bei uns nicht - aber die Entwicklung von totaler Ablehnung und Schuldzuweisung hin zu aktiven Versuchen, die neue Situation miteinander gestalten zu wollen, die ist da. Ich wünsche Dir von ganzem Herzen, dass es bei Dir auch so verläuft. Ich drücke Dir die Daumen, dass Du für Dich erkennen und umsetzen kannst, wie Deine künftige Lebenstage auch für Dich gut verlaufen können. Und ich wünsche Dir, dass Deine Angehörigen ein kleines oder großes ( -_- ) Stück weit mit Dir mitgehen können.

Ja - um den Bogen wieder zurückzuspannen zum Eingangsthema "Transsexualität verstehen" - ich selber kann bis heute noch nicht erklären, was, wieso und so weiter ... ich habe mich mittlerweile angenommen und denke, dass es nicht so wichtig sein kann, Transsexualität zu verstehen und anderen Menschen erklären zu wollen, sondern dass das Entscheidende ist, das Beste aus dem Leben zu machen.

friedliche liebe Grüße
tashina
_________________
mitakuye oyasin
Justine


 
Beitrag 30.01.2009 16:09     Antworten mit Zitat

Liebe Claudia,

in Köln gibt es TXKöln, eine sehr aktive SHG. Ich war dort auch fast 4 Jahre, und es hat mir sehr gut getan, mich mit Menschen, die die gleichen Probleme hatten wie ich, zu unterhalten, Hilfe und Unterstützung zu bekommen, und schließlich meinen eigenen Weg, auch mit und dank deren Hilfe, zu finden.

Die Adresse lautet: Bürgerhaus Stollwerck, Dreikönigenstraße 23, 50678 Köln
Man trifft sich Freitags ab 19:00 im Bistro und ab 20:00 im 3.Stock im Gruppenraum in einer geschützten Atmosphäre.
Wenn Du hingehst, grüß bitte Julia, die TXKöln mit aufgebaut hat, und den Rest ganz herzlich von mir.

Schau mal bei http://txkoeln.de/gruppe/txkoeln.htm rein.

Alles Gute für Dich und Deine Zukunft.

Justine
_________________
Selbstfindung ist wichtig, Selbstsein das Wahre, aber das Lebensziel liegt jenseits von beidem! JLM
josefine st
Gast


 
Beitrag 28.08.2012 08:23     Antworten mit Zitat

Selbst Betroffene kennen kenne keinen erklärbaren Grund dafür. Meiner Meinung nach ist es ein bedauernswerter Zustand. Man könnte sagen ,besser wäre man es nicht. Einfacher wäre das Leben .
Lanka


 
Beitrag 22.10.2012 09:40     Antworten mit Zitat

Guten Morgen.

da es hier um das Thema "verstehen" geht, würde ich gern eine Frage schreiben.

Es geht um meinen Sohn, bei dem ich denke er könnte TS sein.
Verstehen im sinne: "ich verstehe ein thema" kann ich, ich kann es nur nicht nachvollziehen, wie das sein kann und eben WIE man sich dabei fühlt.

Ich suche zu diesem Punkt auch eine gute Broschüre.
Vielleicht jemand, der eine art Tagebuch verfasst hat. Der von Anfang an (als ab "Entdeckung" bis zur Geschlechtsumwandlung) seine Gefühle niederschreibt.

Gibt es soetwas?

Danke für Hilfe.
Simmi


 
Beitrag 22.10.2012 19:11     Antworten mit Zitat

Hallo!

Leider ist mir sowas gar nicht bekannt, also eine Broschüre, aber schau mal hier gibt es eine ganz gute Liste mit Büchern, evtl. hilft dir da ja was weiter:

http://www.paradisi.de/Health_und_Ernaehrung/Sexualitaet/Transsexualitaet/Buecher/

Und vielleicht will dein Sohnemann ja dann mal selbst so eine Broschüre verfassen. Eltern die sich damit beschäftigen sind rar und wie ich finde super!

Schönen Abend

Simmi
Anette


 
Beitrag 23.10.2012 08:41     Antworten mit Zitat

Hallo, Lanka,

vielleicht hilft Dir das hier weiter:

http://www.trans-kinder-netz.de/

Nimm mit der Leiterin der Gruppe, Kati, doch mal Kontakt auf, sie wird Dir bestimmt weiterhelfen können!

Liebe Grüße
Anette
Lanka


 
Beitrag 23.10.2012 12:50     Antworten mit Zitat

Danke euch!
Also wenn ich es recht verstehe, gibt es sowas wie eine art Tagebuch nicht?
Schade eigentlich.
Mein Sohn ist leider zu jung, aber viell. hilft es ihm ja wenn er älter wird.
Anette


 
Beitrag 23.10.2012 13:30     Antworten mit Zitat

Doch, liebe Lanka,
so eine Art Tagebuch gibt es schon, aber was nützt es Dir und Deinem Kind, das Tagebuch einer über 50-jährigen Frau zu lesen?

Liebe Grüße
Anette
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